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Montag, 7. August 2006

Computerspiele schulen unsere kognitiven Fähigkeiten

Nach der Ansicht des Trendforschers Matthias Horx schulen die heutigen Computerspiele unsere kognitiven Fähigkeit die wir in der Arbeits- und Wissenswelt des 21. Jahrhunderts brauchen.

Die Computerspiele der heutigen Zeit hätten sich auf eine Art und Weise entwickelt, und vor allem die Komplexität der Spiele ist in den letzten Jahren um ein vielfaches gestiegen. „Dagegen sei jedes Schachspiel langweilig und dumm“, meint Matthias Horx. Viele glauben zu Unrecht, Lesen sei dem Spielen am Computer überlegen. „Da wird Kulturdünkel aufrechterhalten. Man möchte immer die alten Kulturtechniken behalten, und deshalb definiert man alles Neue erstmal als negativ.

Als Beispiel nennt Horx das Computerspiel „World of Warcraft“. Das Spiel wird weltweit von sieben Millionen Menschen gespielt, alleine in Deutschland sind es eine halbe Million. Bei diesem Spiel sei es notwendig das Konzept der Kooperation, des Kampfes und der Konkurrenz und vor allem strategisches und taktisches Denken zu erlernen. Im 16. bis zum 18. Jahrhundert galt das Lesen von Romanen als dekadent, und auch zu Beginn der Kinofilme wurde vielfach von Kritikern behauptet das die Menschen in Scheinwelten versinken würden und danach nicht mehr mit der Wirklichkeit umgehen können.

„Die Bedenkenträger sind vor allem die Medien. Und dann gibt es immer eine Menge von Leute, die ihre alten Privilegien gegen die „Newcomer“ verteidigen wollen. Das ist eine unselige Tradition von der Kirche bis heute“, sagte Horx. „Die Kirche hat ebenfalls versucht, Kulturtechniken zu dominieren – die Leute sollten Latein lesen und die Bibel studieren, alles andere galt als abwegig. Dabei entwickeln sich neue Medien immer durch eine Art Verdauungsprozess. Es kommt eine neue Technologie auf, man experimentiert damit, und dann erst lernen Menschen langsam, sinnvoll damit umzugehen.“

Das Chatten ist nach Ansicht von Horx eine „Erweiterung unseres kommunikativen Kosmos“. Es sei „ein tiefes menschliches Bedürfnis, in Netzwerken und zunächst einmal auf Distanz zu kommunizieren – und erst dann auszuwählen, mit wem man sich näher und intimer beschäftigen möchte.
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