Das Ersteigern von Waren bei
eBay sollte man bei gewissen Produkten in Zukunft mit großer Vorsicht tun. Die Online Auktionsplattform ist zu einem beliebten Handelsweg für illegale Produktfälschungen geworden. Eine aktuelle Studie des Lehrstuhls für Marketing der Johannes Gutenberg Universität in Mainz beschäftigt sich mit diesem Thema. Demnach ist zwischen 1998 und 2004 die Zahl der vom Zoll beschlagnahmten Produktfälschungen um nahezu 1.000 Prozent gestiegen, die Dunkelziffer liegt deutlich darüber. Die meisten Fälschungen stammen dabei aus China.
Um herauszufinden wie stark bei eBay die Produktfälscher bereits vertreten sind, wurde einen Monat lang das Produkt „Davidoff Cool Water Deep 100 ml“ bei allen Einzelversteigerungen untersucht. Insgesamt wurden 248 Versteigerungen mit 256 Produkten ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, dass davon 84,4 Prozent Fälschungen waren. Dabei sind die Unterschiede zum Original meist nicht sofort sichtbar, aber doch erkennbar. So wird oft eine andere Flasche verwendet, oder der Schriftzug ist mit Fehlern übersehen. Auch der Inhalt entspricht oft nicht ansatzweise der Qualität des Originals, oft handelt es sich sogar um gefährliche Substanzen die Hautausschläge verursachen können.
„Die Unternehmen müssen sich dieses gravierenden Problems bewusst werden“, so Professor Frank Huber. Denn auch die Firmen selbst können dadurch Imageschaden erleiden. Die Studie zeigt auch, dass sich die wenigsten Käufer bewusst sind gefälschte Ware gekauft zu haben. Nur die wenigsten bringen den Betrug zur Sprache und verlangen eine Rückvergütung.