Da die (Un)Sicherheit von Apples iOS gerade schon am Rande Thema war, möchte ich noch die folgende Episode nachschieben. Sie wirft ein bezeichnendes Licht auf die Politik, die Apple seinen Kunden gegenüber an den Tag legt. Am Gehäuse des iPhone4 und jüngeren MacBooks Air
verwendet der Steve-Jobs-Konzern kleine Schrauben, für die es praktisch keine Schraubenzieher gibt. Die Schrauben sind so neu, dass es noch nicht mal einen fest stehenden deutschen Namen für sie gibt. Sie werden wahlweise als "Pentalob", "Pentalobular", "Pentalobe" oder einfach "iPhone-Schrauben" bezeichnet. Sie sehen so ähnlich aus wie Torx-Schrauben, lassen sich mit Torx-Drehern aber nicht bewegen.
Apple illustriert damit, dass es seinen Kunden den Zutritt zum Innenleben der Geräte mit allen Mitteln versperren möchte. Angesichts der offensichtlichen Einfachheit, mit der eine solche Aussperrmaßnahme aber zu überwinden ist, wirkt das nur zickig und dumm. Natürlich gibt es inzwischen entsprechende Penta-Dingsbums-Schraubenzieher zu bestellen und auf Wunsch kann man sich auch normale Kreuzschrauben als Ersatz für den Apple-Unsinn mitliefern lassen. Das Einzige, was die Steve-Jobs-Lakaien mit solchen Stunts erreichen, ist eine gesteigerte Aufmerksamkeit der Hacker-Community. So etwas schützt nicht vor Hackern, es zieht sie an!
Diese Lektion musste auch Sony bekanntlich vor Kurzem lernen. Nachdem man dort beschlossen hatte, kein Linux-Betriebssystem mehr auf der PlayStation 3 zuzulassen, dauerte es kein Jahr, bis die bis dahin wasserdichte Konsole gehackt wurde. Nun hat auch Sony einen Zickenanfall bekommen und
verklagt die verantwortlichen Hacker. George Hotz alias geohot und die Mitglieder von fail0verflow sollen sich vor einem kalifornischen Gericht verantworten, weil sie nach Sonys Ansicht das Ausführen von Raubkopien auf der PS3 möglich gemacht haben. Die Hacker bestreiten dies natürlich engagiert und setzen dagegen, dass sie nur ihr Linux zurückhaben wollten. Wie dieses Verfahren auch ausgeht – Sony scheint es genau wie Apple nicht ertragen zu können, die Alleinherrschaft über die eigene Hardware zu verlieren.
Viel souveräner verhält sich dagegen Microsoft. Nachdem nämlich der bereits genannte geohot angekündigt hat, sich in Zukunft mit Windows Phone 7 beschäftigen zu wollen, bekam er prompt ein entsprechendes Smartphone aus Redmond
zugeschickt. Bei Microsoft ist man an "engen Verbindungen [...] zu Entwicklern und Enthusiasten interessiert" und ist "gespannt, was wir von diesen Kreisen lernen können". Sony und Apple sollten ebenso gespannt sein, was sie von Microsoft lernen können.