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Montag, 27. Dezember 2010 Seite 19/25
KW 34: Die Computer-Brille
H4ckb3rts Blog (Quelle: PCFreunde.de)
0tt0 hat vor ein paar Tagen einen seiner Kampfsport-Kumpels mit nach Hause gebracht. Der bewegte sich in unserer Wohnung wie in einem Streichelzoo: Langsam und vorsichtig, aber auch sehr zutraulich und irgendwie herablassend. Er hatte wohl gehört, womit wir unsere Tage verbringen und wollte sich "die Hacker" mal in ihrem Gehege ansehen. Natürlich dauerte es nicht lange, bis das Gespräch bei Rechnern im Allgemeinen und seinen Probleme mit selbigen im Besonderen angekommen war.

0tt0 wollte seinem Kumpel behilflich sein und bat ihn, auf dem mitgebrachten MacBook einen Browser zu starten. Der guckte daraufhin wie eine Kuh, wenn es donnert und fragte: "Facebook, oder was?" Jetzt guckte ich wie die Kuh. Der Mann arbeitet bei einem Radiosender und sitzt den ganzen Tag an einem Rechner. Und der weiß nicht, was ein Browser ist. Unfassbar! Oder nicht?

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich will mich über niemanden lustig machen oder erheben. Ich glaube nicht, dass IT-Wissen irgendwie besser oder bedeutsamer ist als beispielsweise Sachkunde hinsichtlich der Schweinezucht. Mir ist an diesem Beispiel nur aufgefallen, dass wir alle unsere jeweiligen Welten durch unsere ganz eigenen Brillen sehen. Ich sehe durch meine (übrigens nicht nur metaphorische) Brille natürlich überall Computer. Mir war einfach nicht klar, wie dick meine Computerbrille tatsächlich ist.
Flugzeugabsturz: Trojaner schuld?
Die MD-82 "Sunbreeze" der Spanair vor dem Absturz (Quelle: Wikimedia Commons)
Es war der 20. August 2008, als auf dem Flughafen Madrid-Barajas die Spanair-Maschine "Sunbreeze" mit der Flugnummer LH 2554 kurz nach dem Start abstürzte. Insgesamt 154 Menschen kamen ums Leben. Als Ursache des Absturzes wurde zunächst ein Pilotenfehler vermutet, weil Landeklappen und Vorflügel nicht in die für den Start nötige Stellung ausgefahren waren. Eine interne Untersuchung der Spanair hat jetzt jedoch ergeben, dass der Zentralcomputer, der unter anderem für die Überwachung der Landeklappen zuständig war, mit einem Trojaner infiziert war. Diese Infektion soll eine der Ursachen des Absturzes gewesen sein.

Wie die spanische Tageszeitung "El Pais" berichtet, wären die Piloten der Unglücksmaschine auf das Problem hingewiesen worden, wenn der Rechner einwandfrei funktioniert hätte. Warntöne im Cockpit hätten auf das Versagen aufmerksam gemacht und der Start wäre wahrscheinlich abgebrochen worden. Durch die Malware-Verseuchung war der Sicherungsmechanismus des Zentralrechners aber ausgehebelt und die Warnsirenen blieben stumm. Natürlich hätten die Piloten selbst durch eine Sichtkontrolle feststellen können, dass ihre Maschine gar nicht startfähig ist und haben den entsprechenden Punkt auf ihrer Checkliste auch abgehakt. Tatsächlich haben sie sich aber wohl auf die technischen Sicherungen verlassen und sich nicht selbst vom ordnungsgemäßen Zustand des Flugzeugs überzeugt.

Spanair, die katalanische Firma, der die "Sunbreeeze" gehörte, besitzt insgesamt noch 35 Flugzeuge und macht einen Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro. Die Firma steckt bereits seit 2008 in finanziellen Schwierigkeiten und hat seitdem fast ein Drittel ihrer Belegschaft abgebaut. Ob davon auch die IT-Abteilung betroffen war, ist nicht bekannt.

Die Erkenntnis aber, dass eine Trojanerinfektion zum Absturz eines Passagierflugzeugs und zu über 150 Toten führen kann, ist – jedenfalls für mich – erschreckend. Ich weiß aus persönlicher Erfahrung ebenso wie aus zahllosen Nachrichtenmeldungen, dass in den Netzwerken vieler Unternehmen, einige davon bedeutend größer als Spanair, Trojaner nisten. Manche dieser Schädlinge sind maßgeschneiderte Spionage-Werkzeuge, manche aber auch einfache Keylogger oder Hijacker. Ich wage zu behaupten, dass weniger als ein Viertel der Unternehmensnetzwerke in Europa wirklich "sauber" ist.

Ein Flughafentower - Das nächste Ziel für ambitionierte Online-Erpresser? (Quelle: OpenPhoto)
Vor diesem Hintergrund scheint Flugangst gar nicht mehr so irrational zu sein. Wenn virusverseuchte Computer mitverantwortlich für die Sicherheit des Luftverkehrs sind, ist es um diese Sicherheit nicht gut bestellt. Rechner, die Flugzeuge überwachen, müssten eigentlich mit derselben Akribie geprüft und gewartet werden wie die Flugzeuge selbst. Wo das nicht der Fall ist, wird aus dem Plus an Sicherheit, dass die IT bereitstellen soll, schlagartig ein dickes Minus. Und wo eine Trojanerinfektion möglich ist, geht noch viel mehr: Man braucht nicht viel Phantasie, um auf die nächsten Ziele von Online-Erpressern oder Internet-Terroristen zu kommen.

Doch genug der Panikmache. Fliegen ist trotz allem eine recht sichere Art der Fortbewegung. Vielleicht mag es ja genügen, in Zukunft beim Besteigen eines Passagierflugzeugs Ausschau nach dem Microsoft-Logo zu halten. Denn bei allem Respekt vor den Bill-Gates-Jüngern: Ein Flugzeug "Powered by Windows XP" wäre mir dann doch zu heikel.
Neue Droge: Computerspiele
In Amerika scheint das Klagen vor Gericht eine Art Volkssport zu sein. Selbst die schwachsinnigsten Anschuldigungen haben im Land der unbegrenzten Klagemöglichkeiten Aussicht auf gerichtlichen Erfolg. Von Sicherheitsgurten im Auto, deren fehlende Bedienungsanleitung schuld an einem Unfall sein soll bis hin zu Geldforderungen, weil man meint, einem Superstar ähnlich zu sehen und darum andauernden Belästigungen ausgesetzt sei, ist alles justiziabel.

Hauen und Stechen: So geht's zu in Lineage II (Quelle: Lineage II Screenshot)
In diese Kerbe schlägt jetzt auch Craig Smallwood. Er behauptet, in den Jahren zwischen 2004 und 2009 insgesamt über 20'000 Stunden am Computer gespielt zu haben, weil er durch ein bestimmtes Spiel abhängig gemacht worden sei. Es geht also um 2500 Acht-Stunden-Arbeitstage oder über zehn Jahre normale Berufstätigkeit – allerdings in nur fünf Jahren. Das suchtauslösende Spiel soll Lineage II des koreanischen Hersteller NCSoft sein, der beispielsweise auch Guild Wars und City of Heroes vertreibt. Smallwood meint, er hätte nie angefangen zu spielen, wenn er gewusst hätte, dass Lineage II süchtig macht.

Computerspielgegner in aller Welt werden bei dieser Nachricht heftig mit dem Kopf nicken. Schließlich haben sie schon immer gewusst, dass die Games gewalttätig, dumm und eben auch süchtig machen. Nur sind diese Computerspielgegner in den seltensten Fällen selbst Computerspieler und darum für derartige Befunde qualifiziert wie ein Taubstummer zur Opernkritik. Erfahrungswert zahlloser Zocker auf der ganzen Welt ist: Computerspiele sind eine Freizeitbeschäftigung wie jede andere auch. Es wird Zeit, die Sensations- und Panikmache bleiben zu lassen.

Solange aber Leute wie Craig Smallwood mit ihren albernen Behauptungen sogar vor Gericht ziehen können, ist das wohl noch ein weiter Weg. Vielleicht sollte mal jemand gegen die Erfinder von Halma klagen. Das dürfte in etwa dasselbe Suchtpotential haben wie das Uralt-MMORPG Lineage II.
Linux: Riesenloch im Kernel?
Einer kürzlichen Veröffentlichung des Sicherheitsforscher Rafal Wojtczuk zufolge gibt es im Linux-Kernel eine Lücke, die die Ausführung beliebigen Codes auf root-Ebene ermöglicht. Angeblich lässt sich ein X-Server, also ein Teil der grafischen Benutzeroberfläche der meisten Linux-Systeme, zum Absturz bringen und dann eingeschleuster Code ausführen. Betroffen sein sollen die meisten Kernelversionen nach der 2.6.

Linus Torvalds, der Ziehvater von Linux (Quelle: Wikimedia Commons)
Nutzer von SUSE-Linux scheinen auf der sicheren Seite zu sein, denn der Fix, den Wojtczuk in seinem Artikel vorschlägt, ist in ihrer Distribution schon integriert. Außerdem gibt es mit der Version 2.6.35.2 von kernel.org auch schon einen gesicherten Mainstream-Kernel. Fraglich bleibt aber, warum der Patch für eine Sicherheitslücke, die seit Jahren bekannt ist, von den meisten Distributionen und auch von Linus Torvalds selbst nicht angenommen wurde. Egal, Kernel-Update ist angesagt!
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Kommentare
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BgF
12.07.2010 22:42
Also, wieder mal ein super Artikel :wink:
Zum Thema Apple, lässt sich nur sagen..Apple+Software Entwicklung=Fail!
Leider hört man einfach nicht viel von diesen Problemen und dadurch der irrglaube entsteht, dass zum Beispiel Mac OS X ein so sicheres OS wäre :roll:
Ich finde es jedenfalls toll, das man auch noch kritische Stimmen zu diesem Konzern und seine Produkte hört.
Wobei ich die Produkte von Apple nicht mal schlecht finde, vorallem das Apple Ipod touch, ausser natürlich das sie vollkommen überteuert sind.
Aber alleine schon wegen ihrer unglaublischen arroganten, ja schon fast Sektenartige, Firmenpolitik gehört dieser Konzern einfach nur Boykottiert.....
 
ATI Gott
13.07.2010 17:40
Für mich zu viel Apple in diesem Artikel :evil:
Es gibt noch andere Dinge, über die man sich beschweren kann :mrgreen:
 
TK814
17.07.2010 17:42
Was ein Glück das die Hacker noch Stolz gehabt haben.
 
TheFreak
03.08.2010 14:30
Wer bracht schon GSM, Edge, UMTS oder Wimax, wenn man LTE hat :mrgreen:

:arrow: Long
:arrow: Term
:arrow: Evolution
 
-luke-
10.08.2010 00:38
Oh man ja. Heuschnupfen, der endlose Fluss. So gehts mir auch, von Anfang August bis Ende September ständig ne verstopfte Nase. Da helfen auch keine AntiHistaminika. Also h4ckb3rt, du leidest nicht allein! Durchhalten lautet die Devise.
 
-h0m3r-
24.08.2010 12:00
Zitat:
Egal, Kernel-Update ist angesagt!


apt-get upgrade
und
pacman -Syu

Erledigt! :mrgreen:
 
tho.moore
24.08.2010 12:16
*klugschei*ermodus an*: :mrgreen:

Zitat:
apt-get upgrade

Da fehlt ein apt-get update, sonst hat der Befehl wenig Sinn.

*klugschei*ermodus aus* :mrgreen:
 
-h0m3r-
24.08.2010 16:46
Ja du hast recht. :wink:
Ich wusste, dass das kommt, war aber zu faul zum editieren. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
 
TheFreak
01.09.2010 15:38
-h0m3r- hat folgendes geschrieben:
Ja du hast recht. :wink:
Ich wusste, dass das kommt, war aber zu faul zum editieren. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:


Fast wie Homer, nur das der es gar nicht erst bemerkt hätte :mrgreen:
 
thepower
14.11.2010 12:51
Apple? Das ist doch die Firma, die bis vor kurzem schlechte Telefone über die Telekom verkauft hat? :idea: Jetzt hat auch Mr. Gates gemerkt, daß man mit schlechter Software im Telefonmarkt Schrott verkaufen kann... :mrgreen:
 
TheFreak
14.11.2010 22:26
thepower hat folgendes geschrieben:
Apple? Das ist doch die Firma, die bis vor kurzem schlechte Telefone über die Telekom verkauft hat? :idea: Jetzt hat auch Mr. Gates gemerkt, daß man mit schlechter Software im Telefonmarkt Schrott verkaufen kann... :mrgreen:


Wenn Microsoft schon nicht ein Betriebssystem auf einem PC einigermaßen zum Laufen bringt, wie sollten die dann bei einem Handy hinbekommen? Mal ernsthaft, Benutzeroberfläche: Scheiße und Apos fehlen (App Store).
Da hat sich Apple echt was geiles gebastelt. Andere entwickeln für ihr Produkt Programme und Apple bekommt auch noch was ab.

Also deswegen über Apple herzuziehen kann ich nicht nachvollziehen. Die Benutzeroberfläche ist echt geil (alles andre eingeschlossen ;) )

Gruß Dani
 
thepower
15.11.2010 11:01
Nur weil etwas Geld bringt ist es nicht gut! Microsoft OS? Das ist zuviel verlangt. Aber wozu BSD oder linux gibt's günstig und ist besser, meiner unmaßgeblichen Meinung nach. Bei apple heisst das glaub ich Mac OS oder so... damit mag sich rumplagen wer Grafiken mag... Dani, ich persönlich habe mir etwas mehr versprochen von einem Telefon was "so teuer" ist und bin sehr enttäuscht von dem Spiel was Apple treibt. Auch empfehle ich die finger von dem neuen Ding, den Namen hab ich mir schon gar nicht gemerkt.... 500 € für'n netbook? Solche Spitzbuben kannst nur strafen, wenn du sie wirtschaftlich nicht unterstützt, solange Daimler noch Autos verkaufen kann wird kein wirklich gutes mehr entwickelt...
lg
karl
 
TheFreak
15.11.2010 16:48
thepower: Behindert dich am iPhone 4 etwa die kleinen Empfangsprobleme? Wenn ja, machst du wirklich was falsch :wink:

Aber nun BTT!
 
BgF
06.12.2010 23:35
Selbst wenn es die US-Regierung schafft Wikileaks aus dem Internet zu verbannen, wird es halt in Wikileaks X2 oder so etwas unbenannt...
Wann verstehen die Politker endlich, dass man so etwas nicht mit Zensur verhindert. Selbst China mit ihrer "großen Firewall" haben immer wieder Lücken und deren Zensur ist ebenfalls alles andere als Perfekt.
Aber es ist lustig immer wieder anzusehen wie sie es versuchen :roll:
Der Haftbefehl wurde für Assange , in UK, ausgestellt.> Klick

Bin gespannt was daraus wird....
 
BgF
13.12.2010 21:09
Ein wieder schön zu lesender Beitrag!

Amazon war gestern ebenfalls down, doch anscheinend haben sie das selbst hinbekommen.
Die neue Vorgabe von Anon. könnte schon etwas bewirken, dass sie auch mehr machen als am Computer zu sitzen, sieht man schön am Project Chanology ;)
Was aber dem Fass die Krone ins Gesicht schlägt , ist die Berichterstattung der großen Medieninstituten...Aber mal erlich, wer hat was anderes erwartet?
 
BgF
20.12.2010 22:01
Zitat:
metaphorisch gesprochen – der Schlüssel im Schloss drehte?


:lol:

Ja, diese Sache um Assange wird aber irgendwie schon wieder langweilig, jedenfalls wenn es nach den großen Medien geht.

Kondom extra zum platzen gebracht? Wie soll denn das gehen? Ich fang besser garnicht erst damit an, was das für ein Sinn ergeben sollte..
Zur 2. Frau, sie hat geschlafen, ist aufgewacht und hat gemerkt das er gerade[....] und sie hat sich nicht Beschwerd? Wo ist die Straftat?

Naja man muss kein IQ von 103 haben um zu merken, dass das nur ein Weg zur Auslieferung von Assange in die USA sein soll.

PS: Ich kann doch nicht der einzige sein, der diesen Blog Montag liesst :wink: ?
 
nikasio14
20.12.2010 22:59
"BgF" hat folgendes geschrieben:
Ich kann doch nicht der einzige sein, der diesen Blog Montag liesst ?


Nein, bist du nicht =) *Großer_Fan-Von-H4ckb3rt-Sei*

diese Sache mit Assange wird immer skurriler....
Hinaus! -mit der Pressefreiheit- Hinaus! China wir kommen! :twisted:

Das Steamlock-Knock-Knock-Schloss ist aber echt mal der Hammer =) so was fehlt mir noch! ;-) 8)
 
TheFreak
22.12.2010 20:14
Also wenn Assange wirklich diese Straftat begangen hat, dann wäre er bestimmt schon längst in den USA, nur ich denke die Behörden von England trauen der Geschichte auch nicht so ganz, oder wissen schon längst, das das nur ein Vorwand ist...
 
geilo
22.12.2010 21:56
Ach die suchen irgentwas damit sie den hinter Gittern stecken können
Assange hat nicht wirlich gutes über die USA gesagt
 
TheFreak
22.12.2010 23:43
geilo hat folgendes geschrieben:
Ach die suchen irgentwas damit sie den hinter Gittern stecken können
Assange hat nicht wirlich gutes über die USA gesagt


Schon klar, die Wahrheit schadet der USA immens :roll:
 
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