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Montag, 5. Juli 2010 Seite 19/28
KW 09: Frauen, hackt!
H4ckb3rts Blog (Quelle: PCFreunde.de)
Für den durchschnittlichen Keyboard-Virtuosen gibt es wenig Erotischeres als eine junge Frau – vorzugsweise leicht bekleidet –an einer Linux-Konsole. Wenn das kühl blinkende Licht des Cursors die Rundungen eines weiblichen Körpers umspielt, wird jedem normalen Hacker unweigerlich heiß. Und so häufig mehr oder weniger gestellte Fotos einer solchen Szenerie im Netz zu finden sind, so selten erlebt der erwähnte Keyboard-Virtuose etwas Vergleichbares im Alltag. Das hat zwei Gründe: Erstens wird leicht bekleideten Damen schnell kalt und dann ziehen sie sich was an.

Zweitens aber gibt es keine Frauen mit irgendeinem Interesse an der Linux-Konsole, oder anders gesagt: Es gibt keine weiblichen Hacker. Natürlich weiß ich, wie dümmlich pauschalisiert diese Aussage ist, aber in all meinen Jahren ist mir keine Hackerin begegnet. Und ein Satz ist so lange wahr, bis er widerlegt wurde. Darum: Hackerinnen der Welt, meldet euch!

0tt0 reagiert auf mein Unverständnis, warum es keine weiblichen Hacker zu geben scheint, übrigens mit ganz analogem Unverständnis: "Jungs klauen keinen Lippenstift. Mädchen hacken nicht. Und?"
Gerichtsgeschichten: Google-Manager verurteilt
Ich pflege hier eine lange Historie des Unsinns, der von deutschen und anderen Gerichten gelegentlich verzapft wird. Im Verlaufe dieser Chronik bin ich schon häufiger zu dem Schluss gekommen, dass viele – tendenziell ja eher ältere - Richter nicht allzu viel vom Internet und seinen Besonderheiten verstehen.

Google im Fadenkreuz (Quelle: PCFreunde.de)
Ein überraschend deutliches Beispiel für diese Ignoranz hat in der letzten Woche ein Gericht in Mailand geliefert. Drei Google-Manager wurden zu Bewährungshaftstrafen verurteilt, weil auf Google Video ein Clip hochgeladen worden war, der die Misshandlung eines Autisten zeigte. Die drei Verurteilten waren in dem Video nicht zu sehen, haben an der Herstellung nicht mitgewirkt und es auch nicht hochgeladen. Sie hatten absolut nichts mit dem Clip zu tun. Trotzdem wurden sie verurteilt.

Um zu erkennen, wie hirnverbrannt dieses Urteil ist, muss man gar nicht zur üblichen Verallgemeinerungslogik nach dem Motto "Wenn alle Gerichte so urteilen würden, würde das Internet zusammenbrechen" greifen. Die erste und eigentlich entscheidende Disqualifikation der italienischen Richter liefert das Europarecht. Es ist zwar vage, aber es wird doch zumindest deutlich, dass Service Provider nicht für nutzergenerierte Inhalte haftbar gemacht werden sollen.

Neben dieser theoretisch-juristischen Fehlleistung fehlt es dem Urteil aber auch an jeder nachvollziehbaren Logik. Warum sollen denn drei Google-Manager Schuld daran sein, dass verwirrte Teenager Videos ihrer Idiotien ins Netz stellen? Straßenbau-Ingenieure werden doch auch nicht verhaftet, wenn jemand auf ihrer Autobahn geisterfährt. Und Manager eines Kraftwerks brauchen keine Schmerzensgeldklagen zu fürchten, wenn Oma sich am Toaster einen Schlag holt.

Aber das alles ist natürlich müßiges Geschwätz. Die Richter haben ihr Urteil gesprochen, die Berufung läuft und wird – wie bisher fast immer – das lachhafte Votum revidieren. Zehntausende Euro werden für Anwalts- und Gerichtskosten verbraten werden und all das wird nicht verhindern, dass weitere derartige Richtersprüche auf uns zu kommen. Bis zum nächsten Mal in meiner Chronik der Unsinnsurteile…
Operation Aurora: Intel unter den Opfern
Intel im Fadenkreuz (Quelle: PCFreunde.de)
Weiter geht's mit der Aufklärung von Operation Aurora. Wie aus einem Steuerdokument hervorgeht, das Intel in der letzten Woche veröffentlichte, wurde auch der Chiphersteller im Januar von einem "anspruchsvollen" Angriff getroffen. Es gibt jedoch keinen Hinweis darauf, was für Daten im Zuge dieses Angriffs kompromittiert wurden. Sollte es sich um dieselben Angreifer handeln, die auch Google attackiert hatten, wird es aber vielleicht demnächst hochmoderne PC-Prozessoren "Made in China" geben…

Obendrein ist die Zahl der Opfer von Operation Aurora korrigiert worden. Einem US-amerikanischen IT-Forensiker zufolge könnte es insgesamt mehr als 100 Firmen erwischt haben. Bisher war man von etwa 30 Betroffenen ausgegangen. Diese Korrektur ist allerdings auch eher von der "Pi-mal-Daumen"-Sorte, denn einziges Indiz ist die Ähnlichkeit der neu entdeckten Angriffe mit den bereits bekannten. Weder Opfer noch Hintermänner der Operation Aurora lassen sich von der Öffentlichkeit in die Karten gucken.
Chuck Norris: Neues Router-Botnetz
Der Router im Fadenkreuz (Quelle: PCFreunde.de)
Nachdem im letzen Jahr das Router-Botnetz Psyb0t von sich reden machte, folgt in diesem Jahr das Chuck-Norris-Botnetz. Wie bereits Psyb0t zuvor, nistet sich Chuck Norris nicht auf ausgewachsenen PCs ein, sondern auf Routern und DSL-Modems. Entdeckt wurde das neue Router-Botnetz von tschechischen Forschern in Zusammenarbeit mit dem dortigen Militär.

Bislang ist nicht bekannt, wie viele Router das Chuck-Norris-Netzwerk bereits befallen hat. Man weiß nur, dass seine Opfer über den ganzen Globus verteilt sind. Bis nach China und Südamerika reichen die starken Arme des neuen Botnetzes. Besonders perfide an Chuck Norris ist seine Fähigkeit, die Internetkommunikation angeschlossener Geräte so umzuleiten, dass sie abhörbar wird. Praktisch gesprochen lenkt ein infizierter Router vermutlich sämtlichen Traffic auf einen transparenten Proxy, der unter der Kontrolle der Angreifer steht. An diesem Proxy können sämtliche – je nach Setup auch verschlüsselte – Daten mitgeschnitten werden.

Glücklicherweise ist man Chuck Norris aber nicht wehrlos ausgeliefert. Ein einfacher Reset des Routers genügt, um den Trojaner aus dem Speicher zu vertreiben. Gegen eine Neuinfektion ist man damit aber naturgemäß nicht gefeit, dafür bedarf es einer Firmware-Aktualisierung. Wer also glaubt, einen infizierten Router zu haben oder einfach auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte jetzt mal seinen Router neu starten und anschließend beim Hersteller nach Firmware-Updates gucken.
Rainer Zufall: Wer bin ich?
Anonymität im Fadenkreuz (Quelle: PCFreunde.de)
Gelegentlich soll man sich als Netznutzer ja auf einer Internetseite registrieren. Das möchte man aber oft nicht mit dem eigenen Namen und der tatsächlichen Adresse. Dann wären nämlich nervtötenden Postwurfsendungen, Anrufen und ähnlichen Zudringlichkeiten Tür und Tor geöffnet. Sich eine Phantasieadresse auszudenken, ist aber ob der nötigen Kreativität auch ein recht langwieriger Vorgang.

Diese Anstrengung nimmt einem der Fake Name Generator ab. Er spuckt auf Knopfdruck eine Phantasiegestalt aus, komplett mit Namen, Adresse, Telefonnummer und sogar ausgedachten Kreditkartendaten. Wer völlig verwegen ist, kann sich neben deutschen auch slowenische , isländische oder zypriotische Tarnidentitäten zulegen.

Leider hält jedenfalls die generierte deutsche Adresse einer näheren Prüfung nicht stand. Sie klingt zwar überzeugend, die genannten Anschriften existieren aber nicht. Tiefergehende Plausibilitätsprüfungen, wie sie zum Beispiel beim Registrieren eines Handys durchgeführt werden (sollten), werden die vom Fake Name Generator erzeugten Daten ablehnen. Trotzdem ist der Dienst ganz praktisch, denn wer will beim Einrichten von E-Mail-Konten oder Foren-Accounts schon seinen tatsächlichen Namen angeben?
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Kommentare
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Pflogger
07.01.2010 16:43
Also das mit dem Godmode funktioniert nicht so sonderlich toll.
Entweder war der "Gott-Modus" nur ein Scherz auf den ich naiver Weise reingefallen bin, oder es handelt sich nur um Problem an meinem Rechner.

Wenn ich den God-Mode Ordner öffne kommt ne Meldung das der Explorer nicht mehr funktioniert und gestartet werden muss. Das passiert dann auch und dann ist alles wieder beim alten.

Ich hab den God-Mode Ordner auf jeden Fall wieder gelöscht, den die "normale" Systemsteuerung kann ja auch schon alles was ich brauche :wink:
 
Mr Brainstorm
07.01.2010 18:11
Also bei mir funktioniert's einwandfrei. :?
 
PCFreund
08.01.2010 00:12
Bei mir funktionierts auch einwandfrei! Wirklich cooler Trick!
 
norbär
08.01.2010 00:47
Das Easteregg ließ sich doch imho schon mit Vista puhlen !

BTW: Es funzt (immer noch) ohne Probleme - ob man es GodMode. oder auch NasenHaar. nennen mag - ist Wurscht.


wa 'alaikumu s-saläm !
 
Mugen
08.01.2010 20:49
@H4ckb3rt:
Wen muss man eigentlich verführen um dir schreiben zu können - jaja die die alle erreichen, sind selbst nicht zu erreichen. :mrgreen:

guck mal hier:
http://derstandard.at/1262209079065/768-...it-wackelt
Magst du einmal etwas über Computer-Wolken schreiben? Wäre sehr interessant.

Bin ein großer Fan deines Blogs und lese immer gerne deine witzigen und spannenden Updates :!:
Weiter so!
 
nikasio14
25.01.2010 23:17
@Mugen:

scheint so als hättest du den Nagel auf den Kopf getroffen =))

Herrlich geht die 4. KW schon wieder los ;-)
 
-h0m3r-
15.02.2010 23:26
Also wenn die Einzelheiten zu dem EC-Hack bekannt werden, dann :shock: :shock: :shock: :shock:
Aber das mit den Mangas ist ja fast noch häfftiger...

@H4ckb3rt
Großes Kompliment für deinen Blog, lese immer wieder gern bei dir.
 
senfauge
26.02.2010 16:29
Mit Abstand das beste was ich hier gelesen habe :wink:

Schöne Maus :mrgreen:
 
Hollywood
26.02.2010 18:05
Cool der Godmode klappt auch bei Vista :D
 
BgF
15.03.2010 21:08
@H4ckb3rt
Danke, dass du dir jedesmal die Mühe machst interessante, wichtige und weniger wichtige :lol: Sachen uns näher bringen zuwollen! Warte immer wieder gespannt auf dem Montag und auf deinen Blog :D
 
PC Kraus
15.03.2010 21:20
Leider ist der God Mode nichts weiter als der Zugriff auf einen Global Unique Identifier in der Registry. Davon gibts eine ganz Menge. Wer mehr wissen will, hier gibts die komplette Liste.


http://msdn.microsoft.com/en-us/library/...85%29.aspx
 
reinersailer
24.03.2010 07:09
Kennt Ihr Foxit Reader?
Kann ich nur empfehlen, schlank und schnell.
 
-h0m3r-
12.04.2010 22:57
Das Ding kann man noch nicht mal kaufen und es ist schon gehackt... :mrgreen: :lol:
Langsam würde ich mir als Hersteller mal so meine Gedanken machen... :roll:
 
BgF
12.04.2010 23:03
-h0m3r- hat folgendes geschrieben:
Das Ding kann man noch nicht mal kaufen und es ist schon gehackt... :mrgreen: :lol:
Langsam würde ich mir als Hersteller mal so meine Gedanken machen... :roll:


In den USA kann man es schon seit einer Woche kaufen :wink:
Aber das ist immer noch keine Ausrede für Apple :roll:

MfG
 
Dave_96
18.04.2010 11:36
das ist ja wohl die größte Schade für Apple
 
ATI Gott
20.04.2010 15:11
Also das deutsche Rechtssystem und Internet. Eine schlimme Mischung. Wenn die schon temporäre Daten für gedownloadet halten...Ich lach mich tot. Hoffentlich kommt bei der nächsten Wahl die Piraten Partei in den Reichtstag. Dann wird bestimmt ein Internetministerium oder so eingerichtet. Da sitzen zumindest dann freundlichere Leute!

Und Adobe Reader Lücke? Mir egal xD Ich bin FoxitReader Nutzer^^

iPad als Katzenspielzeug? Warum nich :mrgreen:

Schöner Artikel btw :wink:
 
-h0m3r-
20.04.2010 15:25
Dieses lächerliche KiPo-Urteil hab ich auch gelesen.
Auch meiner Meinung nach stellt es eine riesen Gefahr für sämtliche Internetnutzer dar. Man schicke einer Person, die man nicht mag, eine TinyURL, und zeige sie danach an. Ganz einfach.

Außerdem: Wie viele Internetnutzer wissen schon wo ihr Browser Daten abliegt? :roll:

EDIT: Mein System ist dm-crypt verschlüsselt. :wink:
 
DerGeisterjäger
22.04.2010 20:48
Hi,das mit dem KP ist ne ganz große scheise,mir wurde vor zwei Jahren auch mal eine mail gesendet mit dem Betrff:Suchst du sowas? Und als ich sie aufmachte waren darin Fotos von Erwachsenen die sich an Kindern Vergingen,und am nächsten tag stand die Kripo vor meiner Türe habe dann dadurch meinen Pc Verloren und noch 2 Jahre oder 6000€ Strafe gefangen!
 
BgF
27.04.2010 10:25
Das mit den Handys war doch so klar. Den meisten wird es eh egal sein....Ich jedenfalls weiß warum ich kein Handy habe.


 
geilo
11.05.2010 07:21
kostenlose Möbel zum Selbstabholen xDD
 
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