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Sonntag, 7. September 2008 Seite 2/6
Trackerloser Betrieb
Seit Version 4.2.0 (November 2005) unterstützt der Referenzclient BitTorrent den trackerlosen Betrieb. Auf Wunsch übernimmt der Client selbst die Funktion des Trackers und erleichtert so das Anbieten eines Torrent-Downloads. Durch diese Technik wird speziell das Problem der fehlenden Ausfallssicherheit von Trackern bekämpft. Die Tracker-Daten werden ähnlich wie im Kademlia-Netzwerk als "Verteilte Hashtabelle" (VHT) dezentral auf den Clients abgelegt. Die jeweiligen Programme können jedoch nach wie vor auch im klassischen Tracker-Modus arbeiten. Probleme können sich lediglich bei Clients ergeben, die nicht mit der trackerlosen Methode kompatibel sind. Die Entwickler arbeiten jedoch ständig an einer Verbesserung der Kompatibilität, somit sollten in der Praxis nur selten Probleme dieser Art auftreten.
Was sind Seeder und Leecher?
Leecher (Blutsauger) sind BitTorrent-User (Peers), die zwar eine Datei herunterladen, jedoch den Upload auf ein Minimum beschränken oder gar komplett abstellen. In der Praxis gibt es solche Leecher nahezu auf jedem Tracker, meistens sind sie sogar in der Mehrzahl. Ein solches Verhalten widerspricht aber dem Gedanken des Filesharings, denn nur wenn genügend Leute auf dem jeweiligen Tracker die Dateien zum Upload anbieten, können diese auch verteilt werden. Unter Tauschbörsianern sind Leecher nicht gern gesehen, da sie nur nehmen, jedoch nichts geben wollen. Tracker, auf denen die Anzahl der Leecher weit über der der Seeder liegt, bieten meist nur eine sehr geringe Downloadrate, da der Upload der wenigen Seeder auf alle Clients aufgeteilt werden muss.

Da diese Praktik vielen Usern nicht gefiel, entwickelten sich spezielle Anti-Leech-Tracker (ALT). Bei diesen werden die verbundenen Peers streng überwacht. Zeigt sich, dass ein Peer nur herunterlädt oder nur minimale Datenmengen hochlädt, wird dieser Peer aus dem Tracker ausgeschlossen. Es gibt die unterschiedlichsten Arten von ALTs, man sollte sich daher vor dem Download informieren, ob man sich auf einem Anti-Leech-Tracker bewegt und unter welchen Bedingungen man über diesen herunterladen darf. Erfüllt man die Bedingungen eines ALTs, kann man dort meist mit relativ hohen Datenraten herunterladen.

Seeder hingegen sind Clients, die eine bereits vollständig geladene Datei zum Upload freigeben. Da sie bereits alle Daten erhalten haben, helfen die Seeder dem Netzwerk natürlich am meisten. Speziell auf ALTs und bei seltenen Dateien wird es gern gesehen, wenn jemand eine fertig geladene Datei noch eine Weile zum Upload zur Verfügung stellt. Dateien auf einem Tracker, für die es keine oder nur sehr wenige Seeder gibt, sind in der Praxis oft tot oder nur sehr schwer zu bekommen, da logischerweise mindestens eine Person die komplette Datei anbieten muss. Fehlt beispielsweise ein einziges Segment (Chunk) einer Datei, kann diese solange nicht fertig heruntergeladen werden, bis entweder ein Seeder oder ein anderer Peer, der dieses Segment bereits hat, dem Tracker beitritt. Sind auf einem Tracker viele Seeder, ist dies meist ein Zeichen dafür, dass man die gewünschte Datei relativ schnell herunterladen kann.
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