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PCFreunde.deArtikelAllgemeinInternet & OnlineVorratsdatenspeicherung: Was kommt auf uns zu?
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Montag, 5. November 2007 Seite 4/5
Umgehungsmöglichkeiten
Die Kritik an der geplanten Vorratsdatenspeicherung wäre viel weniger bissig, wenn das geplante Gesetz wenigstens geeignet wäre, sein Ziel zu erreichen. Im Kampf gegen den weltweiten Terrorismus oder die organisierte Kriminalität ist die Vorratsdatenspeicherung aber schlicht nutzlos: Es ist zu leicht, der Überwachung aus dem Weg zu gehen.

An den Grenzen Europas endet nämlich auch die Überwachung – das Internet aber noch lange nicht. Wer sich den europäischen Schnüfflern entziehen will, muss nur europäische Provider meiden. Im Internet von heute ist das eine Frage von wenigen Klicks.
VPN
Anbieter von VPN-Tunneln ermöglichen es beispielsweise, die gesamte Internet-Kommunikation zu verschleiern. Dienste wie SwissVPN (Schweiz) und HotspotVPN (USA) unterliegen der europäischen Gesetzgebung nicht und interessieren sich nicht für die Vorratsdatenspeicherung. Zum Preis von ca. 5 € monatlich verschlüsseln solche VPN-Dienste die Internetkommunikation ihrer Kunden und fungieren gleichzeitig als Anonymisierer. Die europäischen Schnüffler bleiben draußen.
Tor und I2P
Tor. 1:0 für Anonymisierer (Quelle: torproject.org)
Es gibt weitere Anonymisierer, die von der Vorratsdatenspeicherung nicht betroffen sind: Das Open-Source-Projekt Tor wird ebenso wenig kompromittiert werden wie I2P, das Invisible Internet Project. Die Nutzung beider Dienste verschleiert die IP des Nutzers, sodass die Daten, die mittels Vorratsdatenspeicherung erlangt werden, nutzlos sind.
GoogleMail & Co.
Noch einfacher lässt sich das Interesse der europäischen Behörden an E-Mails umgehen: Ein Wechsel zu außereuropäischen Anbietern genügt. Mit GoogleMail, Hotmail oder Yahoo!Mail stehen mehr als genug Anbieter bereit, die den Schnüffelterror der europäischen Behörden nicht mitmachen werden. Deutsche Anbieter wie web.de und GMX haben das Nachsehen.
GoogleTalk
Freisprechanlage: GoogleTalk (Quelle: Google)
Gleiches gilt im Bereich VoIP. Mit GoogleTalk steht ein bekannter amerikanischer VoIP-Dienst bereit und zahlreiche andere Anbieter ermöglichen Telefonate über das Internet – zum Teil kostenlos. Der populäre luxemburgische Anbieter Skype allerdings wird früher oder später unter die Regelungen zur Vorratsdatenspeicherung fallen und die Daten seiner Nutzer protokollieren müssen.

Die Auflistung zeigt, dass es auch ohne technischen Sachverstand ein Leichtes ist, der Vorratsdatenspeicherung aus dem Weg zu gehen. Wer ein Interesse daran hat, sein Kommunikationsverhalten zu verbergen, kann das mühelos tun – allen voran Terroristen und Kriminelle. Der vom Gesetzgeber proklamierte Sinn der Vorratsdatenspeicherung wird also verfehlt.
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Kommentare
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senfauge
27.11.2007 10:16
Wenn das so weiter geht,sind wir ja bald wieder bei den guten alten Rauchzeichen wie bei den Indianern.Aber das mit dem Terroismus ist nur ein Vorwand.
 
morris
27.11.2007 10:56
Der größte und tiefste deutsche Sumpf und deren Bewohner sind von der Überwachung natürlich ausgenommen - die Politik und deren "Macher".
So langsam platzt dem Normalo der Kragen, aber dagegen unternehmen kann er - wiedermal - gar nichts. Selbst mit einem guten Gewissen ist es nicht mehr getan, wer weiß, mit wem man in der großen, weiten Welt des Internets in Kontakt kommt... Vorsicht war immer schon angebracht, jetzt kommt noch Mißtrauen hinzu... ist diese "nette Person", mit der wir vielleicht über einen Messenger Kontakt haben, auch "sauber"?

"Big Brother" läßt grüßen.
 
Scorpion King
22.12.2007 17:20
ich hab das mit den anonymisierungsprogrammen nicht ganz verstanden, wie soll das denn in zukunft aussehen? der artikel schreibt einerseits, dass solche programme sinnlos sind, da auch solche dienste nun mitprotokolieren müssen, aber die ausländische unterstehen ja nicht dem gesetz. soweit sogut aber:

was bringen mir den bitte diese ganzen ip-verschleierungs-tatiken, denn die ip wird ja nicht verändern, nur versteckt. wenn der provider, der mir ja meinen internetzugang ermöglicht, aber nun schon meine ip speichert, welche sinn haben dann noch solche programme, selbst wenn es ausländische sind?

 
hfh
25.12.2007 14:34
Ein netter Witz zum Thema:

2008, auf einem internationalen Ärztekongress unterhalten sich ein Russe, ein Ami und ein Deutscher:

Der russische Arzt sagt, in Russland dauere die Entfernung der Mandeln 20 Minuten.
Darauf meint der Amerikaner, in den USA würde das eine Stunde dauern, denn eine vernünftige Betäubung brauche eben seine Zeit.
Dann der Deutsche:
“In Deutschland dauert die Entfernung der Mandeln mindestens acht Stunden.”
Auf die ungläubigen Blicke der anderen Mediziner hin erklärt der deutsche Arzt: “Sie müssen das verstehen, wir müssen da rektal ran, denn in Deutschland ist es streng verboten den Mund aufzumachen.”
:mrgreen:
 
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