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Montag, 27. August 2007 Seite 1/6
Keylogger: PC-Überwachung aus dem Hinterhalt
Spione lauern überall (Quelle: PCFreunde.de)
Spione lauern überall (Quelle: PCFreunde.de)
Sie wären der Traum der Stasi gewesen: Keylogger. Programme, die eigentlich Trojaner, aber doch legal sind. Sie spionieren einen nichtsahnenden PC-Nutzer rücksichtslos aus. Ein Keylogger dokumentiert alles, was der User tut: Er protokolliert Passwörter, besuchte Webseiten und E-Mails. Er stellt fest, wann welche Programme gestartet wurden. Er speichert regelmäßig Bildschirmfotos, um auch noch das letzte Detail zu erfassen.

Dabei verstecken sich Keylogger so tief im Betriebssystem, dass sie selbst für das geübte Auge kaum zu entdecken sind. In einem entsprechend eingerichteten Intranet - beispielsweise einem Internet-Café - besteht für den Nutzer kaum eine Chance, die Total-Überwachung zu bemerken. Vom Arbeitgeber am Arbeitsplatz installierte Keylogger sind für den Arbeitnehmer ebenso schwer zu entdecken.

Wie funktioniert ein Keylogger? Wie ist die Rechtslage zu diesen Überwachungstools? Wie kann man sich der Total-Spionage entziehen? PCFreunde.de gibt Antworten.

Von Jan Fabian Krüger
Hardware- und Software-Keylogger
Keylogger gibt es in zwei Varianten: Als Hardware und als Software. Hardware-Keylogger sehen meist aus wie Adapter und sind für den Ausspionierten nur durch tatsächliches "Unter-den-Schreibtisch-Kriechen" zu finden. Andererseits muss auch derjenige, der den Hardware-Keylogger platziert hat, regelmäßig vorbeikommen, um ihn abzubauen und auszulesen. Software-Keylogger dagegen laufen - vergleichbar einem Trojaner - als Programm auf dem PC. Sie können viel mehr protokollieren als ihre Hardware-Brüder und zudem ihre Funde per E-Mail versenden.
Hardware-Keylogger
Hardware-Keylogger für PS/2 und USB (Quelle: PCFreunde.de)
Hardware-Keylogger für PS/2 und USB (Quelle: PCFreunde.de)
Die meisten Hardware-Keylogger sind spezialisierte Geräte, die normalen Adaptern ähnlich sehen. Sie werden zwischen Tastatur und Computer gesteckt und speichern jeden Tastenanschlag, der auf dem präparierten PC getätigt wird. Eine anspruchsvollere Variante ist die bereits mit einem Keylogger ausgestattete Tastatur: Die Aufzeichnung findet in der Tastatur selbst statt, sodass keine verräterischen Pseudo-Adapter mehr zu sehen sind.

Alle Hardware-Keylogger können Hundertausende Tastaturanschläge aufzeichnen, sodass sie über Monate und Jahre installiert bleiben können. Sie sind aber auch genau darauf beschränkt: Das Aufzeichnen von Tastaturanschlägen. Bildschirmfotos können sie nicht machen, E-Mails verschicken sie ebenso wenig. Zudem bedeutet es einen erheblichen Aufwand, den Keylogger auszulesen: Das Gerät muss demontiert und an einem anderen PC angeschlossen werden. Man kann zwar auch am selben PC auslesen, an dem der Keylogger installiert ist, aber dazu muss man für längere Zeit unbehelligten Zugang zu diesem PC haben und das ist nicht immer gewährleistet.
Software-Keylogger
Software-Keylogger verfolgen einen weniger aufwändigen Ansatz. Es handelt sich um Software, die vom Systemadministrator installiert wird, um andere Nutzer des präparierten Systems überwachen zu können. Diese Software gräbt sich üblicherweise sehr tief im System ein, damit der überwachte Nutzer nicht erfährt, dass er unter Beobachtung steht. Wüsste er, dass sein Verhalten protokolliert wird, würde er kaum etwas Verbotenes unternehmen und die Protokollierung wäre sinnlos.

Software-Keylogger sind eng verwandt mit eindeutig illegalen Programmen: Trojanern und Rootkits. Wie Trojaner spionieren sie den PC-User aus, ohne dass der etwas davon mitbekommt. Und wie Rootkits verstecken sie sich dazu tief im Betriebssystem. Wie dieses Versteckspiel genau funktioniert, ist ein Betriebsgeheimnis der jeweiligen Hersteller. Verraten wird meist nur, dass die Keylogger sich als modifizierter Treiber in das System einhängen.

Der Funktionsumfang der verschiedenen Überwachungstools ist unterschiedlich. Das Aufzeichnen der Tastaturanschläge beherrschen sie alle, das Versenden der angefertigten Log-Datei per E-Mail darf man ebenfalls erwarten. Mit diesen Funktionen kann beispielsweise die Freeware Parents Friend aufwarten. Das regelmäßige Anfertigen von Screenshots beherrschen dagegen nur kommerzielle Produkte. Netzwerk-Funktionen, durch die mehrere PCs eines Intranets gleichzeitig überwacht werden können, bieten dann nur noch ausgereifte Überwachungstools wie Orvell Monitoring.
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